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Behandlung aseptischer Knochennekrosen durch Hyperbare Oxygenation
Autor: Dr. med. Hellmuth Sümmerer, leitender Arzt am Druckkammerzentrum Freiburg
Aseptische Knochennekrosen
- Umschriebener Untergang von Knochengewebe
- physikalische, chemische, infektiöse oder ischämische Ursache
- Epi-, Meta- und Apophysen der langen Röhrenknochen, Hand- und Fußwurzelknochen, Wirbelkörper
- häufig: proximaler, distaler Femur, proximaler Humerus
Der Patient empfindet langsam beginnende diffuse Schmerzen. Schmerzen bei Bewegung, Belastung oder Drehung, aber auch in Ruhe sind möglich. Aseptische Knochennekrosen führen zu lokalen Druck- und Klopfschmerzen. Nur selten ist ein geringfügiges Trauma die Ursache. Manchmal bestehen an Kniegelenk, Hand, Fuß auch Schwellungen. Nach klinischer Untersuchung und konventionellem Röntgen, wird zur Diagnostik ein Kernspin (MRT) durchgeführt. Zu den Therapiemöglichkeiten zählen Entlastung (z. B. durch Gehstützen, Schuhranderhöhung), Anbohrung (Pridie-Bohrung), Umstellungsosteotomien, Verbesserung der Durchblutung (Iloprost-Infusion), alloplastischer Gelenkersatz sowie die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO).
Wie wirkt die HBO?
Unter HBO-Therapie kann wesentlich mehr Sauerstoff wesentlich tiefer ins Gewebe eindringen. Die positiven Wirkungen sind:
- Ödemreduktion durch arteriol. Konstriktion (Villanucci 1990)
- Osteoklasten-, Osteoblastenaktivierung (Magnant 1992)
- Stimulation der Fibroblastenvermehrung
- Zunahme der Kollagensynthese (Kindwall 1992)
- Angioneogenese (Mader 1989)
- Immunmodulation (ICAM-1, NOS, NO, CD 18)
- Antisludge-Phänomen (Lipidperoxidation) (Zamboni 2000)
HBO trägt bei Knochennekrose erfolgreich zur Schmerzverbesserung bei
Schmerzreduktion zwischen 6. und 10. Sitzung unter gleichzeitiger Reduktion von Schmerzmitteln.
Quelle: von Reumont J. et al.: HBO-Therapie bei aseptischen Kniegelenkknochennekrosen, Trauma und Berufskrankheit 2004; 1: 35-40
Erfolgsquote der Hyperbaren Sauerstofftherapie bei Hüftkopfnekrose und Morbus Ahlbäck
Bei rund 60 % der Hüftkopfnekrosen konnte ein Gelenkersatz vermieden und die Nekrose ganz oder weitestgehend geheilt werden.
Bei Knochennekrosen bzw. Knochenmarködemsyndromen an den Knien lag die Erfolgsquote bei insgesamt über 90 %, davon 15 % mit mäßig gutem Erfolg und 77 % mit gutem Erfolg.
Es gibt einen Anhalt für eine gute Verbesserung der Schmerzsymptomatik
Bei einem Teil der Patienten verschwinden auch die pathologischen Zeichen in der MRT.
Während in den USA die HBO als Therapieoption bei Knochennekrosen bzw. Knochenmarködemsyndromen weitgehend unbekannt ist, wird sie außerhalb Deutschlands auch in Italien eingesetzt. Hier wurde 2010 eine EK 1 b-Studie veröffentlicht: Camporesi EM, Vezzani G: Hyperbaric Oxygen Therapy in Femoral Head Necrosis. J Arthroplasty 2010; 25 (6 Suppl.): 118-123
Ödembeseitigende Wirkung der HBO-Therapie (MRT T2)
Nekrosereduktion unter HBO-Therapie (MRT T 1)
Ergebnisse der HBO-Therapie bei Idiopathischer Hüftkopfnekrose
Die sehr guten Behandlungsergebnisse werden in der Regel nach drei Monaten durch MRT-Kontrollen bestätigt.
Lesen Sie weiter, wie wir die konkrete Zusammenarbeit mit Ihnen zum Wohle Ihrer Patienten gestalten. Nutzen Sie unser Formular für Ihre persönliche Anfrage zum Einsatz der HBO bei aseptischen Knochennekrosen:

Wann kann ich die HBO zum Vorteil für den Patienten einsetzen?
Wir danken dem Institut für Diagnostische Radiologie, Freiburg und Dr. Halt für die Überlassung der MRT-Bilder zur Demonstration.
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 31. August 2011
Orthopädie: Aseptische Knochennekrosen






