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Hörsturz, Tinnitus & Co. – Nach wie vor großer Informationsbedarf zu Hörstörungen
Nach wie vor ist der Informationsbedarf zu Erkrankungen der Ohren und zu Therapiemöglichkeiten bei Hörstörungen groß. So musste das Druckkammerzentrum Freiburg seinen Vortragsabend im März zum Thema „Hörsturz, Tinnitus & Co.“ im März wiederholen. Zuviele Betroffene hatten sich zum Vortrag von Dr. Hellmuth Sümmerer, leitender Arzt am Druckkammerzentrum Freiburg, am 21.03. angemeldet. Die ärztliche Informationsveranstsaltung wurde eine Woche später wiederholt.
Wie entstehen Hörstörungen?
Der Arzt erläuterte zunächst die Ursachen von Tinnitus, Schwerhörigkeit und Hörstörungen. Diese können unter anderem durch ein Lärmtrauma, durch Virusinfekte, durch Nebenhöhleninfekte, durch eine Ohrenentzündung und oft auch durch Stress entstehen.
Die Sinneshärchen auf den Zellen sind dabei – ähnlich wie ein Kornfeld – ganz oder teilweise geknickt und geraten deshalb nicht mehr in Schwingungen. Ziel der Behandlung ist also, diese Sinneshärchen wieder in Funktion zu bringen.
Hilfe durch HBO: Wie wirkt Hyperbare Sauerstofftherapie?
Dr. Sümmerer erklärte außerdem, wann die Hyperbare Sauerstofftherapie, kurz HBO, bei Hörstörungen eingesetzt werden kann: je eher, desto besser, auch bei Schwindel. Das Gleichgewichtsorgan und das Hörorgan sitzen in derselben Kapsel, weshalb ein Übergreifen von Krankheiten möglich ist. Bei Morbus Menière ist die HBO bei dauernden Menière-Anfällen geeignet.
Durch die HBO kann im Blut der Sauerstoffstoff bis auf die 20-fache Menge ansteigen; im Gewebe kommt immer noch das 4-5 fache an. Dadurch entsteht im Körper ein zur Regeneration so wichtiges Überangebot an Sauerstoff an der geschädigten Stelle:
- der Sauerstoffgehalt in der Innenohrflüssigkeit steigt
- Schwellungen an Nervenenden nehmen rasch ab
- die Überflutung mit Überträgerstoffen wird zurückgebildet
- die roten Blutkörperchen werden verformbar, wodurch der Sauerstoff besser in die Kapillaren kommt
- Erregungsfähigkeit der Sinneszellen nimmt zu.
Die Hilfe durch die HBO bei Hörstörungen ist zeitabhängig: je eher, desto besser.
In der Akut-Phase, das sind die ersten drei Monate der Erkrankung, erwartet der Arzt Besserungen bei zwischen 80 % und 70 % der Betroffenen. Subakut, d.h. nach diesen drei Monaten, sind es noch 25 % bis 20 %. In der chronischen Phase, nach 1 – 2 Jahren, profitieren noch 10 % bis 5 % der Patienten von der HBO. Diese Zeitabhängigkeit ist ähnlich bei den anderen Behandlungsmöglichkeiten von Hörstörungen gegeben.
Kombination der HBO mit anderen Therapie-Ansätzen bei Hörstörungen sinnvoll
Da die HBO auf einer anderen physikalischen Grundlage beruht, als beispielsweise durchblutungsfördernde Medikamente oder Cortison, kann sie auch zusätzlich dazu eingesetzt werden. In Kombination mit Infusionen und Cortison haben Betroffene mit HBO die beste Chance, wieder gesund zu werden.
Alle Therapiemöglichkeiten ausschöpfen
Nicht alle Anwesenden waren zufrieden mit dem Vorgehen ihrer Ärzte – gerade bei Hörstörungen gibt es für die Behandlung unterschiedliche Ansichten. Von ionisiertem Sauerstoff, überhaupt auch von normobarem Sauerstoff, rät Dr. Sümmerer energisch ab: „Davon sind keinerlei positive Effekte zu erwarten“. Was im Übrigen von einigen Anwesenden deutlich bestätigt wurde. Und weiter: „Auch nach drei bis vier Wochen nach Beginn der Beschwerden kann noch eine HBO-Therapie erfolgen. Die Meinung eines Kollegen, nichts zu tun, teile ich nicht“ so Dr. Sümmerer.
Das Druckkammerzentrum Freiburg bietet Betroffenen kostenfreie ärztliche Beratungstermine, Anmeldungen unter Tel. 0761 / 38 20 18. Für eine persönliche Anfrage zur HBO-Therapie kann auch das Patientenformular genutzt werden.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 05. April 2011
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