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Diabetiker sind immer in der Klemme
von Evelin Esser, Diätassistentin und Diabetesassistentin, DDG, am St. Josefskrankenhaus Freiburg
Was ist Diabetes mellitus?
Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Hauptmerkmal sind hohe Blutzuckerwerte (Hyperglykämie), die auf Dauer zu den gefürchteten Spätschäden, u.a. auch Wundheilungsstörungen, führen können. Ursache dafür ist ein absoluter ( Typ 1) oder relativer Insulinmangel (Typ 2). Das Insulin (Hormon der Bauchspeicheldrüse / Pankreas) sorgt dafür, dass der Blutzucker zur Energiegewinnung in die Zellen eingeschleust wird und senkt somit den Blutzuckerspiegel. Während beim Typ 1 Diabetiker gar kein Insulin vorhanden ist, also immer gespritzt werden muss, ist die Ursache und auch die Behandlung beim Typ2 eine komplett andere. Beim Typ 2 Diabetes- früher Alters-Diabetes genannt- spielt in 80% der Fälle Übergewicht und Bewegungsmangel die entscheidende Rolle. Ein Vererbungsrisiko (genetische Prädisposition) ist zwar vorhanden, durch gesunde Ernährung und Bewegung, lässt sich dieses Risiko aber minimieren. Das Gefährliche und Heimtückische an dieser Erkrankung ist die Tatsache, dass die Symptome oft nicht erkannt oder nicht ernst genommen werden. Der fehlende Leidensdruck führt bei vielen Betroffenen zu einem gewissen Leichtsinn und so vergehen wertvolle Jahre, bis endlich eine Therapie gegen die gefäßschädigenden hohen Blutzuckerwerte eingeleitet wird.
Wie soll sich ein Diabetiker ernähren?
Ich möchte Diabetiker aus dieser Gleichgültigkeit für ihre Gesundheit hin zu einem gesundheitsbewussten Leben führen. Als Erstes müssen dem Zuckerkranken die Grundlagen einer gesunden Ernährung bewusst gemacht werden. Dies kann nicht von jetzt auf gleich geschehen, sonder bedarf einer umfangreichen Schulung. Über Jahre hinweg erworbene Angewohnheiten lassen sich nicht in wenigen Tagen abgewöhnen. Hier bedarf es einer intensiven, individuellen Beratung, in der Vorlieben des Patienten erkannt und bei der Kostumstellung berücksichtigt werden.
Ziel ist schließlich ein langfristiger Erfolg und dies funktioniert nur durch Einsicht, nicht aber mit Regeln und Verboten. Die Ernährungsempfehlungen für Diabetiker gelten für alle Menschen; es ist also keine Spezialdiät, sondern eine geeignete Familienkost. Die gesunde Ernährung ist eine Gratwanderung zwischen Genuss und Gesundheit. Hier dem Patienten Hilfestellung zu geben, wird meine Aufgabe sein .
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Wir müssen den Zuckerkranken koordiniert beraten: Die Basis ist eine vernünftige Ernährung. Darauf kann der Hausarzt oder der diabetologisch tätige Facharzt aufbauen. Gesunde Ernährung mache keinen Spaß, ist ein Vorurteil. Klug gekocht, kann man durchaus seinen Neigungen nachgeben. Allerdings geht es ohne etwas Selbstdisziplin nicht. Der Mensch darf nicht zu seinem eigenen Feind werden. Hier kann eine psychotherapeutische oder psychologische Hilfe durchaus sinnvoll sein. Man könnte meinen, es sei so einfach, Gewohnheiten abzulegen und sich umzustellen. Gerade aber der ältere Mensch braucht dafür Zeit. Außerdem braucht er professionelle Unterstützung, die ihm hilft, diesen wichtigen Veränderungsprozess anzugehen und durchzuhalten.
Zuletzt aktualisiert am Montag, 01. März 2010
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