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i-health® - Tipps und Informationen bei Hörstörungen - Tinnitus – wie gehe ich damit um?

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Tinnitus – wie gehe ich damit um?

 

Wie äußert sich Tinnitus?

Durch verschiedenartigste Töne: Rauschen, Pfeifen, Sirren, Brummen, Klopfen – und zwar zusätzlich zum normalen Ton, den man hört. Ist Tinnitus eine Krankheit? Nein. Bei Messungen in einem schallisolierten Raum gaben einmal von 100 hörgesunden Menschen 93 Prozent nach fünf Minuten an, einen Tinnitus zu haben. Tinnitus ist eher ein Syndrom.

Wie kommt Tinnitus zustande?

Die Forschung ist sich hier sehr unsicher, weil er eben oft ohne erkennbare Haupterkrankung auftritt. Wenn er sich in Zusammenhang mit einem Hörsturz meldet, repräsentiert der Tinnitus nicht selten die Frequenz, die verloren gegangen ist – gleichsam als Phantomschmerz des Gehirns. Beim Morbus Menière oder bei anderen Erkrankungen etwa im Mittel- oder Innenohr kann er ein Begleitsymptom sein. Nicht selten tritt Tinnitus auch als Stresssymptom auf. Dass der Tinnitus nicht unbedingt ein Hörproblem ist, sieht man darin, dass beim Betroffenen der Tinnitus weiter bestehen kann, auch wenn der Hörnerv durchtrennt wurde.

Wie kann man sich des Tinnitus erwehren?

Viele Menschen, die unter einem Tinnitus leiden, neigen dazu, ihn zu kriminalisieren. Von Ärzten wird er oft als "psychosomatischer" Faktor eingestuft. Es ist medizinisch schwer zu unterscheiden, ob der Tinnitus depressive Verstimmungen auslöst oder ob andersherum Depressivität die ideale Basis für einen Tinnitus ist. In jedem Fall verschwindet Tinnitus oft wieder, und wer länger mit ihm zu tun hat, kann irgendwann gut mit ihm umgehen. Und wenn nicht? Dann empfiehlt es sich, den Tinnitus zu überdecken; leise Musik wird allgemein hoch eingestuft. Musiktherapie gilt ohnedies als hilfreich, ebenso ein psychotherapeutisches Coaching und die Tinnitus-Retraining-Therapie. Immer wieder wird auch die hyperbare Sauerstofftherapie als gute Wahl genannt; allerdings müssen sie Kassenpatienten selbst bezahlen. Die Wirksamkeit von Infusionstherapien ist wissenschaftlich ebenso wenig gesichert wie die von Gingko-Präparaten. Allerdings verlässt sich mancher Arzt lieber auf Empirie als auf Evidenz. Indes profitieren Patienten oft gerade von der Erwartungshaltung, die sie an eine Behandlung richten – das gilt auch bei Tinnitus. w.g.
Quelle: Rheinische Post